Arbeitsgemeinschaft der Kirchen und Religionsgesellschaften in Berlin e.V.

Texte und Informatives

Festakt-Rückblick

Festakt zum 100. Jahrestag der ersten Interreligiösen Konferenz in Deutschland


Am Samstag, dem 2. Oktober 2010, fand im Berliner St.-Michaels-Heim im Grunewald ein Festakt zum 100. Jahrestag der ersten interreligiösen Konferenz in Deutschland und Berlin, dem „5. Weltkongress für freies Christentum und religiösen Fortschritt“ statt. Dieser wurde gemeinsam von der AKR und "Religions for Peace" Berlin veranstaltet.  

Festredner an diesem Abend waren der islamische Schriftsteller Hadayatullah Hübsch (Frankfurt/M.), Prof. Dr. Julius Schoeps, Direktor des Moses-Mendelssohn-Zentrums Potsdam und Vorsitzender der Gesellschaft für Geistesgeschichte, sowie Prof. Dr. Karl- Josef Kuschel, akademischer Direktor für Theologie der Kultur und des interreligiösen Dialogs an der Katholisch-Theologischen Fakultät sowie stellvertretender Direktor des Instituts für Ökumenische Forschung der Universität Tübingen, seit 1995 Vizepräsident der STIFTUNG WELTETHOS.

Der „Weltkongress für freies Christentum und religiösen Fortschritt“ wurde am 25. Mai 1900 in Boston aus Anlass der 75. Jahresfeier der Gründung der Amerikanischen Unitarian Association als „Council of Unitarian and other Liberal Thinkers and Workers“ gegründet. Die vorangegangenen Kongresse fanden in London, Amsterdam, Genf, Boston und 1913 in Paris statt. Das allgemeine Interesse an den religiösen Weltkongressen stieg stetig an, so dass immer mehr liberale Theologen der verschiedensten protestantischen Richtungen, katholische und jüdische Theologen, buddhistische Mönche sowie freigläubige und freidenkerische Wissenschaftler und Personen des öffentlichen Lebens teilnahmen. Als eine der Nachfolgeorganisationen hat die "International Assosiation for Religious Freedom" (IARF) im September 2010 in Indien den 33. Weltkongress veranstaltet.

Begrüßungsworte bei der Jubiläumsveranstaltung sprachen Predigerin Ulrike Gehde von der Johannischen Kirche, in deren Räumen die Veranstaltung stattfand, Pfarrer Martin Schröder als Vorsitzender der AKR und Dr. Michael Sturm-Berger, Vorsitzender von "Religions for Peace" Berlin. 

Schriftsteller Hadayatullah Hübsch machte in seiner Rede "Viele Quellen - ein Strom" Verbindendes und die gemeinsamen Aufgaben im Islam, Hinduismus und Buddhismus  deutlich. Prof. Dr. Schoeps sprach über die Familie Mendelssohn: "Heißt du Mendelssohn, so bist du eo ipso ein Jude." Das St.-Michaels-Heim war bis zum 2. Weltkrieg als "Palais Mendelssohn" ein Wohnsitz der Familie in Berlin. Prof. Dr. Kuschel sprach in seinem beeindruckenden Vortrag "Lessings Ringparabel - ein bleibender Auftrag für die Religionen" über die Entstehungsgeschichte der Ringparabel seit dem 10. Jh in verschiedenen Aufzeichnungen und die Bedeutung dieses bildlichen Auftrages für die drei Religionen Christentum, Islam und Judentum. 

Musikalisch umrahmt wurde das Programm eindrucksvoll vom Oberstufenchor der Beethoven-Oberschule Berlin und deren Solisten. 

Die AKR und Religions for Peace Berlin bedanken sich für die zahlreichen Grußworte aus Politik und Gesellschaft, bei den drei Festrednern sowie den zahlreichen Gästen an diesem Abend, unter ihnen der Botschafter der Republik Usbekistan, Seine Exzellenz Herr Dilshod Kh. Akhatov, der Islambeauftragte der Katholischen Kirche, Pater Alois Schmid und der Beauftragte für Kirchen, Religions- und Weltanschauungsgemeinschaften des Berliner Senats, Hr. Hartmut Rhein. 


 

 

 

 

 

 

Eine Festschrift der Veranstaltung mit den Grußworten und Vorträgen kann bei der AKR gegen einen Unkostenbeitrag angefordert werden.

Fotos: jm


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