Arbeitsgemeinschaft der Kirchen und Religionsgesellschaften in Berlin e.V.

Geschichte der AKR

Kurzer historischer Abriss.

Die AKR wurde 1947 gegründet, um das religiöse Leben in Berlin erneut aufleben zu lassen. Diese Idee fand damals breite Unterstützung durch zahlreiche religiöse Gemeinschaften. Im Nachwort des 1954 erschienenen Buches "Was glauben die andern? 26 Selbstdarstellungen" heißt es dazu:

"... im Jahre 1945 richtete die sowjetische Besatzungsmacht einen Beirat für kirchliche Angelegenheiten als Dienststelle des Magistrats von Groß-Berlin ein. Dieser Beirat, dem aus den Reihen der Opfer des Faschismus Vertreter der evangelischen, katholischen und jüdischen Konfession angehörten, hatte die Aufgabe Mittler zu sein zwischen Magistrat, Besatzungsmächten und Religionsgemeinschaften, auch sollte er die wirtschaftlichen Interessen aller Religionsgemeinschaften in der städtischen Verwaltung vertreten. Angesichts der ungemein schwierigen Verhältnisse in den ersten Nachkriegsjahren verdanken die Kirchen und Religionsgemeinschaften in Berlin ihm in der Tat die notwendigen Hilfen zur Durchführung ihrer Arbeit.

Auf dem Boden dieser Erfahrungen ist dann der Gedanke eines freien Zusammenschlusses aller Kirchen und Religionsgemeinschaften zu einer Arbeitsgemeinschaft entstanden, durch die eine selbständige Interessenvertretung gegenüber Staat und Öffentlichkeit gewährleistet werden konnte. Es gelang, die Vertreter der großen Kirchen und der kleineren Gemeinschaften an einen Tisch zu bekommen. Mag auch am Anfang angesichts des ungewohnten Vorhabens eine gewisse Zurückhaltung bei den einzelnen Gruppen geherrscht haben, so entstand doch bei der Bewältigung der zahlreichen praktischen Aufgaben auf dem Boden menschlicher Begegnung eine fruchtbare Zusammenarbeit; diese hat weder mit den Zielsetzungen einer Ökumene noch der Una Sancta etwas zu tun. Die in der Arbeitsgemeinschaft zusammengeschlossenen Kirchen und Religionsgesellschaften betrachten es als ihre Aufgabe, entsprechend der Präambel der Satzung 'in gegenseitiger Achtung ihrer Eigenständigkeit für die Werte und die Freiheit religiösen Wirkens gemeinsam einzutreten`.“

Unter der Federführung des evangelischen Bischofs Otto Sibelius und Probst Heinrich Grüber kamen 30 Berliner Kirchen und Religionsgemeinschaften auf der ersten Delegierten-versammlung am 27. Mai 1947 zusammen, die eine gemeinsame Satzung beschlossen. Unterzeichner der Satzung waren:

Bischof D. Sibelius für die Evangelische Kirche

Pfarrer Tomberge für die Römisch-Katholische Kirche

Siegmund Weltlinger für die Jüdische Religionsgemeinschaft

Superintendent Pieper für die Evangelisch-Freikirchliche Gruppe

Superintendent Grube für die evangelisch-Lutherischen Freikirchen

Pfarrer Dr. Buchta für die Altkatholische Kirche

Pfarrer Dr. Vermehren für die Christengemeinschaft.

Die Mitgliedsgemeinschaften wurden und werden noch heute durch entsandte Delegierte vertreten, welche man zunächst in sieben strukturverwandte Gruppen unterteilte. Jede dieser Gruppen wählte einen Vorsitzenden, der als Mitglied des damaligen AKR-Vorstandes ("Rat der AKR") stimmberechtigt war. Seit 1953 wurden sowohl Bildungs- als auch Jugendarbeit der AKR intensiviert. Nach 50-jährigem erfolgreichen Wirken war der "Rat der AKR" überaltert und kaum noch arbeitsfähig. Deshalb wurde durch Mehrheitsbeschluss der Delegierten eine Umstrukturierung verwirklicht: Die 7 Gruppen wurden aufgelöst und entschieden, dass die Delegierten-Versammlung alle zwei Jahre einen dreiköpfigen Vorstand wählen solle.

Die AKR ist seit 2004 ein eingetragener gemeinnütziger Verein. Derzeit liegen die Schwerpunkte der AKR-Arbeit bei den Diskussionsforen, Volkshochschul-Kursen und Andachten im Deutschlandradio Kultur.


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